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gestern zwei, heute bisher eins (2007-05-23 13:36)
Woche 2 
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So viel ist mal sicher: auf dem Atlantik ist nicht viel los. Für mich seit Tagen mal wieder das erste andere Schiff: die English Star.

Woher man weiss, dass das Ding English Star heisst? Weil die meisten größeren Schiffe so ein Zauberding

an Bord haben. Das sende die eigenen Daten aus, so dass Schiffe in der Umgebung sehen können, was da gerade ankommt. Und so sieht man in diesem Fall, dass wir von der English Star in 1,6 Seemeilen Entfernung passiert werden. Inklusive derer und unser Steuerkurs und so.

Normalerweise ist das Gerät in einer Listendarstellung, nahe Objekte zuerst. Und im Ärmelkanal war die Liste voll mit Objekten. Ganz nett, weil so kann man Funkkontakt aufnehmen.

Gestern nur die Aufbauten eines größeren Schiffes relativ nahe an uns vorbeiziehen sehen. Was es war? Keine Ahnung, AISGPS zeigte nichts an. Wir tippten daher auf das Militär…

Ich zum Kapitän: Any ships?
Kapitän: No other ships. Much more saftiy this way.

3o° 34,721’ N 41° 46,553’ W (15ft)

 
Maschinenraum (2007-05-23 9:36)
Woche 2 
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Als Lehrling auf der Werft habe ich einige Schiffe gesehen. Und später, in der Zeit nach der Lehre auch als Geselle mal an der Kaje Kolben gezogen (nein, das war glaube ich, sogar noch als Lehrling). Ich hatte das Glück, den Zylinderdeckel abnehmen zu dürfen. Und musste nicht nach unten in die Kurbelwelle. (Was eigentlich das Kurbelwellengehäuse ist, aber so klingt das cooler. Genau anders herum als es an dem Ort ist.)

Was ich nie gesehen habe war eine laufende Hauptmaschine. Jedenfalls nie bewußt. Heute also zum ersten Mal. Und was war? Nix. Ausser einem infanalischen Lärm (ich tippe u.a. auf die Turbolader) ist das laufende Stück nicht viel anders als eine stehende Maschine. Aber wieder richtig männeraufregend spannend.

Heute nur Kurzbesuch, ich glaube, Achim ist nicht so für Technik. Und ich habe Gelegenheit, die richtigen Knipskasteneinstellungen für den doch dunklen Maschinenraum zu finden.

Oben ein “Ersatz-”Kolben. Durch den Boden (datt grüne) geht die Kolbenstange, an deren Ende der Kreuzkopf sitzt. Eine Ebene unter uns standen auch der 2. Maschinist und ein Helfer und haben gerade die Dichtung für die Kolbenstange befestigt. Kein Foto. Mist.

Dafür den imposanten Ölverteiler an der Hauptmaschine.

 
Sonnenuntergang (2007-05-22 19:06)
Woche 2 
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überraschende Notfallübung (2007-05-22 14:58)
Woche 2 
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Regelmässig finden an Bord Evakuierungs- und Feuerübungen statt.

Z.B. heute. Um 15:20. Also so richtig überraschend. In den letzten drei Tagen wurden wir mehrfach darauf hingewiesen, dass heute Übung ist.

Um 15:22 scheppert also das Signalhorn. Naja. Es krächzt. Ob ich das höre, wenn ich schlafe? Gut, kurz darauf der Chief im Bordlautsprecher. Das hört man. Und er verrät auch gleich, dass es nur eine Übung ist.

Als erstes “Schiff verlassen” üben. Das ist einfach. Rechts aus meiner Kabine raus, Gang runter, Tür am Ende rechts. Da wo mein Liegestuhl steht. Da sind auch die Rettungswesten und Überlebensanzüge. Versammelte Mannschaft trifft sich dort, lediglich der Kapitän und der Erste Maschinist bleiben auf ihrem Posten.

Chief Mate erzählt noch einmal die Geschichte mit den Rettungswesten. Dann kommen die Überlebensanzüge drann. Und tatsächlich wird eine Anzug ausgepackt und ein kleineres Besatzungsmitglied quält sich in den Anzug. Was nicht ganz einfach ist, weil die Hände in unförmigen Handschuhen stecken. Damit muss der Verschluss am Hals abgedichtet werden, gleichzeitig aber auch die Luft aus dem Anzug herausgepresst werden, weil man sonst nicht in das Rettungsboot passt.

Das Rettungsboot ist die nächste Station. “Allemann rein!”. Bis wir die Treppe runter sind, die diversen Absperrungen entfernt und die Tür geöffnet ist, hat sich das “Allemann rein” in ein “will es wer wirklich probieren?” reduziert. Zwei Mann sind dann tatsächlich reingeklettert.

Gute Nachricht: Tragfähigkeit 32 Personen. Wir sind 19 plus 2. Da ist Luft.

Für die zahlenden Gäste war damit der Übungsteil beendet, wir wurden auf die Brücke beordert. Für die Mannschaft folgte noch “Feuer im Maschinenraum”. So als entfernter Beobachter von der Brücke kann ich nur sagen: subjektiv finde ich 10 Minuten für das reine Anlegen des Pressluftatmers und Feuerschutzanzugs relativ lang. Wenn man noch reinrechnet, dass er auch noch geholt werden musste und ausgepackt wurde… Ob es danach im Maschinenraum noch viel zu retten gibt?

Andererseits und theoretisch haben sie eine CO2-Löschanlage, die im Feuerfall den Maschinenraum flutet. Da brennt und lebt dann sowieso nix mehr. Theoretisch. Praktisch möchte man das wohl eher nicht erleben.

Nebenbei hat ein anderer Trupp noch Schläuche ausgerollt und etwas Wasser über Bord gespritzt. Und dann wieder alles rückwärts, raus ausse Klamotten und Schläuche eingepackt.

Einen Helm habe ich immer noch nicht. Aber einige Besatzungsmitglieder auch nicht. Oder tragen ihn nicht.

34° 0,404’ N 33° 53,461’ W (60ft)

 


 
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